Die indianische Kultur

Zu den indigenen Völkern und Stämme Nordamerikas gehören in erster Linie die Sioux, die Shoshonen, die Apachen, die Navajos sowie die Hopis, Cheyenne, Lakotas und Cherokees. Diese Stämme wurden im Laufe der Jahrhunderte seit der Entdeckung Amerikas durch Christoph Kolumbus immer mehr aus ihren angestammten Territorien verdrängt. Erst 1924 erhielten die amerikanischen Ureinwohner die US-Staatsbürgerschaft. Die Ausübung ihrer Religion und Kultur wurde von der Regierung jedoch immer wieder beschnitten. Heute bilden die Indianer nur noch eine kleine Minderheit in den USA, doch ihre Kultur hat trotzdem überlebt, wenngleich sie ein Schattendasein fristet.

Powwow

Das Leben der heutigen Indianer spielt sich nur noch teilweise in angestammten Reservaten oder abgelegenen Gegenden ab. Viele junge Indianer verlassen ihre Stämme und begeben sich in das weiße Amerika. Sie treten der Armee bei oder absolvieren ein Studium. Trotzdem verabschieden sie sich dabei nicht gänzlich von ihrer Kultur. Religiöse Riten und traditionelle Zeremonien werden auch heute noch gepflegt. Aktuell leben in Nordamerika rund 500 verschiedenen Indianerstämme, die alle eine eigene Sprache haben. Ihre Traditionen vereinen sich jedoch in den sogenannten Powwow-Veranstaltungen. Ein Powwow ist eigentlich ein indianisches Tanzfest. Bis heute haben sich diese Tanzfeste zu großen indianischen Veranstaltungen entwickelt, an denen quer durch Amerika Mitglieder aller Indianerstämme teilnehmen. Bei diesen Veranstaltungen wird nicht nur getanzt, sondern man macht gemeinsam Musik. Diese Powwow-Musik ist zu einem verbindenden Element aller heute lebenden indianischen Volksstämme geworden.

Ansonsten leben viele Indianer Nordamerikas in der zivilisierten Gesellschaft. Doch hier gibt es nach wie vor Konflikte. Die US-Regierung erlaubte es den Indianern, in ihren Reservaten eigene Spielcasinos zu eröffnen. Diese Geldquelle nutzen die Indianer, um sich und ihre Kultur aufrechtzuerhalten. Manche Indianer haben sich in Verbänden zusammengeschlossen, die gegen Diskriminierung und Ausgrenzung vorgehen. Viele der Mitglieder sind Indianer, die über akademische Abschlüsse im Recht verfügen. Damit versuchen sie, ihre Stellung in der heutigen Gesellschaft zu verteidigen.